Mit dem Alter steigt die Sturzgefahr

Montag, 16. Juni 2014, 10:08 Uhr

Stürze im eigenen Heim nehmen mit dem Altern zu. Unfallort sind dabei die eigenen vier Wände – seltener passieren Stürze beim Sport. Dies zeigt eine Langzeitstudie des Universitären Notfallzentrums.

Aristomenis Exadaktylos vom Universitären Notfallzentrum und Andreas Stuck von der Geriatrischen Universitätsklinik (Fotos: Inselspital).

Stürze sind weit verbreitet. So verletzen sich ca. ein Drittel aller über 65-jährigen und sogar die Hälfte der über 80-jährigen jedes Jahr bei einem Sturz. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters kommt es dabei teils zu Mehrfach-Verletzungen, welche die Betroffenen nachhaltig im Alltag einschränken und hohe Gesundheitskosten verursachen. Umso wichtiger ist daher Sturzprävention im Alter.

Wo und warum stürzen wir?

Um Sturz-Orte und -Ursachen besser zu kennen, hat das Universitäre Notfallzentrum am Inselspital über 5 Jahre (Januar 2006 bis Dezember 2010) retrospektiv alle eingelieferten Sturzpatienten erforscht und werteten die Daten von insgesamt 6357 Patienten aus. Dabei waren 22% über 75 Jahre alt und 9.6% erlitten wiederholt Stürze im Studien-Zeitraum.

Auffallend häufig kamen die Stürze zu Hause vor (35%), gefolgt von Sport (18%) oder im Strassenverkehr als Fussgänger (16%). Medizinische Ursachen – Kreislaufkollaps, Krampfanfälle oder Hirnschläge – machten 14% der Stürze aus, 8% erfolgten nach Medikamenten, 7% während der Arbeit.

Stürze bei älteren Personen hängen neben der eingeschränkten Mobilität und Gangunsicherheit auch mit einem Mangel an Kraft zusammen. Weitere Abklärungen und Behandlungen sind vom Betreuungssetting abhängig und obliegen den Haus- oder SpitalärzInnen. Komplexe Situationen können, nach Zuweisung durch die HausärztInnen, ambulant in der Sturzsprechstunde der Geriatrischen Universitästklinik erfolgen.

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