AG Diagnostic Decision Making

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Verfahren zur Messung und Förderung der Qualität diagnostischer Entscheidungen. Dabei liegt unser Schwerpunkt auf «ill-defined decisions»: Entscheidungen, die unter hohem Zeitdruck, eingeschränktem Umfang und Qualität der verfügbaren Informationen und in dynamischen Situationen getroffen werden und wesentliche Konsequenzen für unsere Patientinnen und Patienten haben. Insbesondere untersuchen wir die Mechanismen der Entscheidungsfindung in ad-hoc-Gruppen, wie sie typisch für die Notfallmedizin sind. Ein wesentlicher Fokus unserer Arbeit sind Ergebnisse mit direkter Bedeutung für unsere Patientinnen und Patienten.

Aktuelle Themen

Prävalenz und Charakteristika von Diagnosefehler

Fehlerhafte Diagnosen sind häufig, gerade in der Akutmedizin. Einige von ihnen können schwerwiegende Konsequenzen für die Patientinnen und Patienten haben. Trotzdem ist über ihre Häufigkeit, ihre Folgen und die Umstände, unter denen sie entstehen, bisher nur sehr wenig bekannt. Wir führen verschiedene klinische Studien durch, um das Problem besser zu verstehen und darauf aufbauend Interventionen zu entwickeln, die helfen, Fehldiagnosen zu reduzieren.

Kollaborative Entscheidungsfindung

Viele medizinische Entscheidungen, insbesondere in der Notfallmedizin, werden nicht durch einzelne Ärzt:innen getroffen, sondern resultieren aus der Zusammenarbeit zahlreicher Kolleginnen und Kollegen. Solche Teamentscheidungen können vorteilhaft sein, insbesondere, wenn sich die Fähigkeiten und Kenntnisse der Beteiligten ergänzen. Gleichzeitig sind zahlreiche Mechanismen beschrieben, wie Gruppen zu schlechten, teils auch katastrophalen Entscheidungen kommen können.
In einer Reihe von sowohl experimentellen als auch randomisierten Studien im klinischen Kontext untersuchen wir verschiedene Einflussfaktoren innerhalb von Gruppen auf diagnostische Genauigkeit und entwickeln Modelle kollaborativer Entscheidungsfindung.

Confidence & Calibration

Ahnen Ärzt:innen, wenn sie danebenliegen? Wir alle haben in unserem Alltag immer wieder ein Gefühl dafür, dass etwas, das wir gerade tun sehr gut klappt – oder eben auch nicht. In einer Reihe von experimentellen und Beobachtungsstudien untersuchen wir, wie gut unser Sicherheitsgefühl die Genauigkeit einer Diagnose vorhersagt und welche Faktoren sowohl das Sicherheitsgefühl selbst als auch dessen Kalibrierung beeinflussen.

Drittmittel

Die Arbeit der Arbeitsgruppe Diagnosequalität & Patientensicherheit wird unterstützt durch

  • einen Grant des Schweizer Nationalfonds SNF 2020-2023 (laufend) 
  • ein Marie Skłodowska-Curie Fellowship der Europäischen Union 2020-2022 an Dr. Kämmer (laufend) 
  • einen Grant des Schweizer Nationalfonds SNF 2018 (abgeschlossen)
  • einen Grant der Clinical Trials Unit und der Direktion Forschung des Inselspitals Bern 2016–2018 (abgeschlossen) 
  • einen Grant der Mittelbauvereinigung der Universität Bern 2016 (abgeschlossen)

Mitarbeitende

  • Tanja Birrenbach, Oberärztin Notfallzentrum
  • Karin Ernst, Dissertantin (laufend)
  • Nicole Frischknecht, Dissertantin (laufend)
  • Stefanie Hautz, Co-Leitung AG Decision Support
  • Tim Kilb, PhD Kandidat
  • Martin Müller, Oberarzt Notfallzentrum
  • Thomas Sauter, Professor Telemedizin Notfallzentrum

Ehemalige Mitarbeitende

  • Giuliana Capaldo, Dissertantin (abgeschlossen)
  • Michèle Hoffmann, Dissertantin (abgeschlossen)
  • Daniel Oberholzer, Dissertant (abgeschlossen)
  • Luca Schuler, Dissertant (abgeschlossen)